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Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

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Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Artikel

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Beschreibung
Emblem der SED

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) war in der DDR eine aus der dortigen SPD und der KPD 1946 durch großenteils freiwillige Vereinigung, aber teilweise durch Zwangsvereinigung hervorgegangene Partei. Die Partei benannte sich 1989 in SED/PDS und dann in PDS um. Unter diesem Namen existiert sie noch heute.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: ... Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. 6.?Bericht des Zentralkomitees an den VI. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Das Buch ". . . Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. 6. ?Bericht des Zentralkomitees an den VI. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich...

Gründung

Die Streitkräfte der Sowjetunion brachten deutsche Kommunisten und Widerstandskämpfer, die den 2. Weltkrieg überlebt haben, zurück nach Berlin. Durch den Befehl Nr. 2 der SMAD vom 10. Juni 1945 stand ihrer politischen Betätigung nichts mehr in dem Wege. Im Juni 1945 trat das ZK der KPD zu dem ersten mal an die Öffentlichkeit. Das ZK der KPD und die mitteldeutsche SPD beschlossen noch in dem selben Monat ein Aktionsabkommen, welches die Grundlage für die Gründung einer deutschen Einheitspartei bildete. Durch den Druck der Besatzungsmächte und der KPD veranstalteten die Führungen der SPD und KPD in dem Dezember 1945 eine Konferenz, die die Verschmelzung beider Parteien beschloss. Am 21. und 22.04 1946 versammelten sich in dem Admiralspalast in der Friedrichstraße Berlins Delegierte von KPD und SPD, Ehrengäste und Zuschauer zu dem gemeinsamen Parteitag von KPD und von Teilen der SPD. Seitens der SPD nahmen 548 Delegierte , (darunter 103 aus den westlichen Besatzungszonen) teil und von der KPD 507 Delegierte (darunter 127 westliche), die rund 680 Tausend sozialdemokratische und rund 620 Tausend kommunistische Parteimitglieder der SBZ vertraten. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit der Fidelio-Ouvertüre Beethovens. Anschließend betraten Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl von verschiedenen Seiten die Bühne und reichten sich die Hände. Diese symbolische Geste wurde in dem Emblem der SED nachempfunden. Sie ist zugleich ein geschichtliches "Zitat": nämlich des Händedrucks von 1875 zwischen August Bebel (SDAP ) und Ferdinand Lassalle (ADAV ) bei der damaligen Vereinigung zur SAPD .

Vorausgegangen waren kontroverse Diskussionen der Mitglieder in den deutschen Ländern.

Hauptströmungen waren dabei:

  1. fundamentalistische Kräfte der KPD, welche die Politik der Verteufelung der SPD als "Sozialfaschisten" fortsetzten,
  2. fundamentalistische Kräfte der SPD, welche Kommunisten als "rotlackierte Faschisten" genannten,
  3. Kräfte, welche die Politikkonzepte von KPD und SPD als unvereinbar betrachteten,
  4. Einheitsbestrebungen, die aus Erkenntnissen von Sozialdemokraten und Kommunisten aus der Zeit der gemeinsamen Illegalität und Verfolgung unter der nationalsozialistischen Diktatur und des gemeinsamen Widerstandes resultierten,
  5. Bestrebungen der sowjetischen Besatzungsmacht, stalinistisch orientierte Kräfte zu etablieren,
  6. Bestrebungen der amerikanischen, englischen und französischen Besatzungsmächte, antisowjetisch orientierte Kräfte zu etablieren,
  7. taktische und machtpolitische Bestrebungen besonders in Teilen der KPD-Führung‚, um den wachsenden Einfluss der SPD zurückzudrängen.

Besonders innerhalb der SPD tobten um die avisierte Vereinigung heftige Kontroversen. Der faktische Vorsitzende in Westdeutschland, Kurt Schumacher, sprach sich vehement gegen diesen Schritt aus. Der Hauptausschuss, das Leitungsgremium der SPD in der Sowjetischen Besatzungszone, konnte bei mehreren Sitzungen zu keiner Einigung kommen. Er willigte erst ein, als der thüringische SPD-Landesvorsitzende Otto Buchwitz drohte, die Vereinigung mit seinem Landesverband zu starten. Insbesondere in den Regional- und Lokalgliederungen der SPD hatte die sowjetische Besatzungsmacht die Möglichkeit, unter anderem auch mit Repressionen und Verhaftungen auf die SPD-Mitglieder einzuwirken.

Bei einer Abstimmung unter Sozialdemokraten in Westberlin sprachen sich am 31. März 1946 82 Prozent der Teilnehmer gegen eine Vereinigung, aber zumindest 62 Prozent für "gemeinsame Arbeit" mit der KPD aus. In Berlin (wo die SPD auch in dem Ostteil der Stadt weiter existierte) behielten ungefähr zwei Drittel der Mitglieder ihr sozialdemokratisches Parteibuch, etwa ein Drittel trat in die SED ein.

Auch in den übrigen Besatzungszonen gab es verschiedenen Formen der Zusammenarbeit und Annäherungsbestrebungen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten. So beschlossen am 24. Juli 1945 in Hamburg und am 8. August 1945 in München Vertreter der SPD und der KPD ein gemeinsames Aktionsprogramm. In Frankfurt am Main entstand am 3. Oktober 1945 ein Arbeitsausschuss von Sozialdemokraten und Kommunisten und am 1. Oktober 1945 rief der Einheitsauschuss von SPD und KPD in Wiesbaden zur Vereinigung beider Parteien auf. Darüber hinaus arbeiteten in einer Reihe von Städten Sozialdemokraten und Kommunisten auf kommunaler Ebene zusammen.

Sowohl in den amerikanischen, englischen und französischen Besatzungszonen, als auch in der sowjetischen Besatzungszone wurde auf diese Prozesse seitens der Besatzungsmächte Einfluss genommen. Darum wird und wurde die in der sowjetischen Besatzungszone erfolgte Vereinigung in dem allgemeinen als Zwangsvereinigung unter sowjetischem Druck angesehen. 2001 räumten die Bundestagsabgeordneten Gabriele Zimmer und Petra Pau (beide PDS) ein, dass Mitglieder der SED sowohl in dem Prozess der Vereinigung Täuschungen, Zwänge und Repressionen zuließen als auch Fehler begangen hätten. Am 6.05 2001 schloss sich der Parteivorstand dieser Erklärung an.

Buch-Tipp: Beschluss des 5. Parteitages der SED über den Kampf um den Frieden, für den Sieg des Sozialismus, für die nationale Wiedergeburt Deutschlands als friedliebender, demokratischer Staat Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Beschluss des 5. Parteitages der SED über den Kampf um den Frieden, für den Sieg des Sozialismus, für die nationale Wiedergeburt Deutschlands als friedliebender, demokratischer Staat". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem...

Die historische Entwicklung der SED

Buch-Tipp: Der neue Kurs und die Aufgaben der Partei Eine Beschreibung zum Buch "Der neue Kurs und die Aufgaben der Partei" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Zum Zeitpunkt der Gründung in der sowjetischen Besatzungszone bestand die SED aus etwa 1,3 Millionen Mitgliedern. Diese kamen zu fast gleichen Teilen aus den beiden Gründungsparteien SPD und KPD. Das an antifaschistisch-demokratischen Grundzügen orientierte Programm übte eine beachtliche Anziehungskraft auf die Bevölkerung aus. Dies bezeugen sowohl die Mitgliederzugänge, als auch die Wahlergebnisse 1946. So wurde die SED bei den Wahlen von 1946 stärkste Partei, verfehlte jedoch die angestrebte absolute Mehrheit.

Mitgliederanteile aus den sozialen Schichten der Ländern der sowjetischen Besatzungszone in dem Jahr 1947:

  • 33 Prozent aller Angestellten
  • 33 Prozent aller Lehrer
  • 25 Prozent aller Industriearbeiter
  • 20 Prozent aller Bauern
  • 14 Prozent aller Handwerker und Gewerbetreibenden
  • 14 Prozent aller Ingenieure und Techniker

Mit einer gewissen Berechtigung konnte somit tatsächlich von einer Massenpartei gesprochen werden. Hinzu kam, dass die in dem ersten Parteiprogramm der SED enthaltenen antifaschistisch-demokratischen Grundsätze sowohl bei ehemaligen Sozialdemokraten, als auch bei ehemaligen Kommunisten Zustimmung fanden. Beachtenswert ist auch dessen Nähe zu dem Erfurter Programm der SPD von 1891. So vermied das ursprüngliche Programm der SED noch jeden Bezug auf den Leninismus und sprach vom demokratischen Weg zu dem Sozialismus. Im Parteistatut wurden noch keine weltanschaulichen Einschränkungen erhoben. Vielmehr stand die SED allen offen, die sich offen vom Nationalsozialismus abgewandt hatten, beziehungsweise diesen ablehnten. Es gab noch keine Kandidatenzeit, keine Überprüfungen, kein Politbüro und keinen Generalsekretär. Ämter wurden streng paritätisch von Kommunisten und Sozialdemokraten besetzt. So gab es zu dieser Zeit auch zwei Parteivorsitzende: den Sozialdemokraten Otto Grotewohl und den Kommunisten Wilhelm Pieck. Praktisch zeigte es sich jedoch, dass ehemalige kommunistische Funktionäre , bedingt durch ihre Erfahrung in dem Umgang mit politischen Apparaten, ihre Nähe zur Besatzungsmacht und sich mit ihrer stärkeren politischen Durchsetzungskraft gegenüber ehemaligen sozialdemokratischen Funktionären häufig als dominant erwiesen.

Im ersten Jahr der SED gelang es nicht, die angestrebten Absichte zu verwirklichen. So misslangen Versuche, die Parteiarbeit auf den Westen Deutschlands auszudehnen, und bei den Landtagswahlen in dem Oktober 1946 verfehlte die vereinigte Arbeiterpartei die absolute Mehrheit. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp über 90 % erhielt die SED bei den Landtagswahlen 47,5 % der abgegebenen Stimmen. In Berlin, wo zur gleichen Zeit die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung stattfanden, ergaben sich folgende Stimmverhältnisse (alle vier Sektoren zusammen):

Speziell die Westarbeit und dabei die Option auf ein sozialistisch wiederzuvereinigendes Deutschland prägte die Parteiarbeit der ersten Jahre. In dem Dezember 1947 tagte erstmals der auf Iniative der SED einberufenen Erste Deutsche Volkskongress in Berlin. Er verstand sich als gesamtdeutsches Gremium gegen die, so in der Parteisprache der damaligen Zeit, "Spalterpolitik der imperialistischen Westmächte". Allerdings nahm aus den westlichen Besatzungszonen ca. 664 Delegierte und Gäste teil. So auch Parteikader der KPD (242 Delegierte ) und der SPD (91 Delegierte ). Auch Teile der CDU der sowjetischen Besatzungszone verweigerten sich.

Buch-Tipp: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 1 Die Beschreibung für das Buch "Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 1" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Die Umformung der SED in eine Kaderpartei

Buch-Tipp: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 2 Eine Beschreibung zum Buch "Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 2" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Politische Situation

Als Massenpartei widerspiegelte die SED alle Strömungen der Gesellschaft. Dies entsprach nicht den Vorstellungen einflußreicher Teile der ehemaligen KPD und der sowjetischen Besatzungsmacht. So wurde, bedingt durch die zunehmende Führerschaft ehemaliger kommunistischer Mitglieder, ein neues, grundlegendes Demokratieverständnis verhindert. Zudem konnten wesentliche Vorbehalte, die schon in den 30er Jahren gegen eine gemeinsame Politik von SPD und KPD sprachen nicht ausgeräumt werden. Dazu gehörte in erster Linie das Abrücken von den stalinistischen Repressionen, denen auch deutsche Antifaschisten zu dem Opfer fielen. Verbot sich doch jeder Ansatz einer kritischen Bewertung dieser Politik allein schon aus der Anwesenheit der Besatzungsmacht heraus. Als unheilvoll erwies sich auch die starke Bindung deutscher Kommunisten an die KPdSU (Bolschewisierung) und die damit verbundene Einflussnahme seitens der Sowjetunion auf alle Bereiche des parteilichen Lebens. Dies gipfelte darin, dass nationale Interessen bedingungslos sowjetischen Bestrebungen untergeordnet wurden. Die Bevorzugung ehemaliger kommunistischer Funktionäre durch die Besatzungsmacht und die Art und Weise, in der diese es auch für sich nutzten, verbunden mit politischen Diffamierungen führten zu Spannungen und Beschädigungen innerhalb der SED.

Buch-Tipp: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 5 Die Beschreibung für das Buch "Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 5" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Gesellschaftliche Situation

In Deutschland zeichnete sich die Bildung zweier Staaten ab, die unterschiedlichen Blöcken angehören würden. Damit wurde die Konfrontationspolitik (kalter Krieg) unmittelbar in die verschiedenen Besatzungszonen hineingetragen. Heftige Auseinandersetzungen zwischen LDPD, CDU und SED hinsichtlich der Entwicklungstendenz der Wirtschaft, Widerstände gegen Bodenreform und Verstaatlichung, sowie Widersprüche zwischen Markt- und Planwirtschaft kennzeichneten die Situation in der sowjetischen Besatzungszone. Hinzu kamen verschiedene Formen der Wirtschaftskriminalität und der Sabotage.

Buch-Tipp: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 6 Die Beschreibung für das Buch "Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 6" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Auswirkungen auf die SED

Um die politische Macht zu stabilisieren und unter den Einflüssen der KPdSU schien es den führenden Kreisen der SED notwendig, die Partei zu reformieren. Auf der I. Parteikonferenz in dem Januar 1949 wurde zudem deutlich, dass sich die stalinistischen Kräfte erfolgreich in der SED durchgesetzt hatten. Sie wurde streng nach den Regeln einer leninschen Partei umgebildet, aufgebaut nachdem Prinzip des "demokratischen Zentralismus". Dazu gehörte die Aufgabe der weltanschaulichen Neutralität zugunsten eines strengen Materialismus, die alleinige Orientierung am Marxismus-Leninismus als "wissenschaftlicher Weltanschauung" und die Bekämpfung aller sozialdemokratischen Tendenzen. Etwa 150 Tausend Mitglieder wurden ausgeschlossen. Begleitet wurden diese Prozesse von Vorgängen, wie sie in der Sowjetunion seit Stalins Machtübernahme stattfanden. Verfolgungen, Verhaftungen, Anklagen und Verurteilungen von ehemaligen Sozialdemokraten, Arbeiterfunktionären und Westemigranten der KPD unter direkter Mitwirkung der Parteikontrollkommission und später von Organen der DDR (Ministerium für Staatssicherheit, Volkspolizei, Justizapparat) sicherten den stalinistisch Kräften in der SED die Vorherrschaft. Damit wurde die SED zur staatstragenden Partei der DDR, neben der die anderen Blockparteien ca. eine Nebenrolle spielten. Auf der II. Parteikonferenz wurden 1952 die Grundlagen für den Umbau der Gesellschaft für den Aufbau des Sozialismus in der DDR beschlossen:

  1. Neugliederung des Staatsaufbaues mit der Auflösung der Länder und Schaffung von 14 Bezirken
  2. Aufbau bewaffneter Streitkräfte
  3. verstärkte Kollektivierung der Landwirtschaft
Buch-Tipp: Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 8 Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Dokumente der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. Bd. 8". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Aufbau der SED

Buch-Tipp: Lehrbuch für die Politischen Grundschulen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. T. 1. Wie haben die Arbeiter und Bauern der UdSSR die sozialistische ... aufgebaut und gegen ihre Feinde verteidigt? Um ausführliche Informationen zum Buch "Lehrbuch für die Politischen Grundschulen der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands. T. 1. Wie haben die Arbeiter und Bauern der UdSSR die sozialistische . . . aufgebaut und gegen ihre Feinde verteidigt?" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie...

Die Grundorganisation

Die SED organisierte sich hauptsächlich in den Betrieben und Einrichtungen der DDR. Dort war die Parteigruppe die kleinste Organisationszelle der Partei. In ihr wählten die Mitglieder den Parteigruppenorganisator (PGO) als Verantwortlichen für die Parteiarbeit, einen Kassierer, Agitator und, je nach Größe, noch beigeordnete Mitglieder in die Leitung. Waren mehrerer Parteigruppen vorhanden, so wurden sie in der Abteilungsparteiorganisation (APO) zusammengefasst, die wiederum eine gesonderte Leitung um den Abteilungsparteisekretär bildete. Die regelmäßig stattfindenenen Parteiversammlungen dienten der politischen Diskussion und Schulung. Mehrere APOs oder, in kleineren Einrichtungen, häufig ca. eine Parteigruppe bildeten die Grundorganisation (GO), die häufig von einem hauptamtlichen Parteisekretär geleitet wurden. Dieser stellte den Vertreter der SED in dem volkseigenen Betrieb dar, der mit dem staatlichen Direktor eng bei der Planerfüllung zusammenarbeitete.

In den Wohngebieten gab es für nicht Berufstätige (Hausfrauen, Rentner) die weniger bedeutenden Wohnparteiorganisation (WPO), mit analogem Aufbau.

Buch-Tipp: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Zentralkomitee, Abt. Propaganda. Lehrmaterialien für Parteischulen, Fernunterricht und Selbstudium. Kursus ... 1. Deutschland und Österreich 1815 - 1847 Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Zentralkomitee, Abt. Propaganda. Lehrmaterialien für Parteischulen, Fernunterricht und Selbstudium. Kursus . . . 1. Deutschland und Österreich 1815 - 1847". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link...

Der Parteisekretär

Die etwa 100 Tausend Parteisekretäre leiteten und bestimmten die politische Arbeit in der jeweiligen Grundorganisation (GO). Sie setzten die Beschlüsse übergeordneter Parteigremien um, kontrollierten und berichteten. Parteisekretäre waren stets auch Mitglieder der staatlichen Leitung, wurden politisch besonders qualifiziert und sicherten den Führungsansprüche der SED in den Betrieben ab. Zwar erfolgte die Wahl des Parteisekretärs scheinbar demokratisch durch Abstimmung der Mitglieder oder Delegierte , tatsächlich war der Ausgang durch die Benennung geeigneter Kanditaten schon vorbestimmt. Es war praktisch unmöglich, oder wurde wohl kaum versucht, einen von der Kreisleitung, dem der Grundorganisation übergeordneten Organ, vorgegebenen Anwärter die Stimme zu versagen. Ausnahmen waren dann möglich, wenn schwere Vorwürfe moralischer Art angebracht werden konnten.

Buch-Tipp: Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Zentralkomitee, Abt. Propaganda. Lehrmaterialien für Parteischulen, Fernunterricht und Selbstudium. Kursus ... in Russland in den Jahren 1901 - 1904 Um ausführliche Informationen zum Buch "Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Zentralkomitee, Abt. Propaganda. Lehrmaterialien für Parteischulen, Fernunterricht und Selbstudium. Kursus . . . in Russische Förderation in den Jahren 1901 - 1904" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum...

Kreisleitung

Die Grundorganisationen eines Kreises waren der SED-Kreisleitung unterstellt. Insgesamt gab es 262 Kreisleitungen, davon zwanzig in zentralen Einrichtungen wie FDJ, FDGB, Außenministerium, Ministerium für Außenhandel, Deutsche Reichsbahn und den militärischen Organen MdI , MfS und NVA, die jeweils eine eigene Politische Verwaltung hatten.

Deren 1. Sekretär der SED- Kreisleitung, wurde unterstützt von seinen Stellvertretern, den zweiten Kreissekretären, die für bestimmte Bereiche (Wirtschaft, Erziehung und Wissenschaft, Kultur, Sicherheit, etc.) verantwortlich waren und anderen Leitungsmitgliedern, führte in dem Sekretariat der Kreisleitung die eigentlichen Geschäfte. Sie nahmen direkt Enfluß auf die Arbeit der staatlichen Organe , beispielsweise den Rat des Kreises . Dessen Vorsitzender war Mitglied der Kreisleitung und unterstand damit dem 1. Sekretär der Kreisleitung. Grundsätzlich konnten die Parteigremien den staatlichen Organen "nur" Empfehlungen in der operativen Arbeit geben, waren allerdings in Kaderfragen (Personalentscheidungen) zustimmungspflichtig. Mitglied der SED-Kreisleitung war immer der Leiter der Kreisdienststelle des MfS. Der 1. Kreissekretär war auch Leiter der Kreiseinsatzleitung, für die Führung des Kreises in dem militärischen Verteidigungszustand verantwortlich. Als Kontrollorgane fungierten die Kreisrevisionskommission, die Finanzen und Einhaltung der Beschlüsse kontrollierte und die Kreisparteikontrollkommission, die innerparteiliche Abläufe prüfte und direkt dem Sekretariat unterstand. Das Zusammentreten der Kreisdelegiertenkonferenz, an der die gewählte Vertreter der Grundorganisationen (Parteisekretär und, entsprechend der Größe, mehrere Mitglieder) teilnahmen, war Anlass, Rechenschaft abzulegen, Beschlüsse zu fassen, die Arbeit des Sekretariates und der Kreisleitung zu bestätigen und eine neue Kreisleitung zu wählen. In größeren Orten war eine Ortsleitung und eine Ortsdelegiertenkonferenz zwischen Kreisleitung und Grundorganisationen installiert, um auch Parteimitglieder, die nicht in betrieblichen Grundorganisationen erfasst wurden (Rentner, kleinere Handwerksbetriebe, Freiberufler etc.), zu organisieren. Der Kreisleitung war die Kreisparteischule zugeordnet.

Bezirksleitung

Diese Struktur setzte sich über die 15 Bezirke mit der Bezirksleitung (BL) und deren Sekretariat, sowie den o.g. Kommissionen fort. Der erste Sekretär der Bezirksleitung, verfügte allerdings schon über eine beträchtliche Machtfülle in dem Bezirk, war Mitglied des staatlichen Rates des Bezirkes und auch des Zentralkomitees der SED und seltener sogar Kandidat oder Mitglied des Politbüros des ZK der SED (immer der Bezirkssekretär für die Hauptstadt Berlin). Er war zugleich Vorsitzender der jeweiligen Bezirkseinsatzleitung (BEL), die für die Leitung des Bezirks in dem Verteidigungsfall als Organ des Nationalen Verteidigungsrates zuständig war. Sitz der BEL war üblicherweise das Wehrbezirkskommando. Mitglied der Bezirksleitung war unter anderem stets der jeweilige Leiter der Bezirksverwaltung (BV) des MfS. Dies heißt, der Leiter der BV war formal dem SED-Bezirkschef unterstellt, hatte aber in operativen Fragen eigene Befehlsgewalt. Der Bezirksleitung war als Bildungsstätte die Bezirksparteischule zugeordnet. Ebenso unterstand der BL die Bezirkszeitung, eine Tageszeitung mit zahlreichen Lokalredaktionen, die zu dem Parteibetrieb Zentrag gehörte. Die 1. Sekretäre der SED-Kreis- und Bezirksleitungen waren jeweils schon Nomenklaturkader , das heißt sie mussten vor ihrer Wahl in diese Parteifunktion vom ZK der SED bestätigt werden.

Zentralkomitee

Das Zentralkomitee (Kurzform: ZK) war das höchste Organ in der Parteistruktur zwischen den Parteitagen. Das Machtzentrum lag dabei beim Sekretariat des Komitees , dem ein Generalsekretär vorstand, der wiederum Vorsitzender des Politbüros war. In der politischen Rangfolge standen die Mitglieder des ZK über den Ministern, die ZK-Sekretäre und Abteilungsleiter waren gegenüber den staatlichen Ministern weisungsbefugt. Diese Führungsrolle ergibt sich aus der Verfassung von 1968, in der die Führungsrolle der SED festgeschrieben wurde. Zuletzt waren 222 Mitglieder und Kandidaten in dem ZK. Sie waren die wichtigsten Partei- und Staatsfunktionäre (sofern sie Mitglied der SED waren) der DDR. Vom Institutsdirektor über den Kombinatsgeneraldirektor, Präsident des Schriftstellerverbandes, Generälen bis zu verdienten Parteiveteranen waren alle wichtigen Funktionsträger vertreten. Das ZK war - wie die gesamte obere Machthierarchie der DDR - männlich dominiert der Frauenanteil stieg seit 1950 nie über 15 Prozent.

Die Generalsekretäre des ZK waren:

Den etwa 10 ZK-Sekretären waren die insgesamt 40 verschiedenen Abteilungen des ZK mit hauptamtlichen Mitarbeitern zugeordnet. Gab es 1970 noch 1 Tausend Mitarbeiter, waren es 1987 schon 2 Tausend Mitarbeiter. Eine Abteilung wurde jeweils durch einen Abteilungleiter und seinen Stellvertreter geleitet, auch eine sehr einflußreiche Positionen in dem DDR-Machtapparat. Jede Abteilung war wiederum in Sektoren gegliedert mit Sektorenleitern, Mitarbeitern und Instrukteuren. ZK-Mitglieder und Mitarbeiter hatten mit ihren Dienstausweisen freien Zugang zu allen staatlichen und Parteieinrichtungen, eigene Ferienheime und andere Privilegien.

ZK-Abteilungen und ihre Abteilungsleiter (es gab ungefähr 40 Abteilungen, Liste unvollständig):

  • Staats- und Rechtsfragen: Klaus Sorgenicht
  • Sicherheitsfragen: Gustav Röbelen (1955), Herbert Scheibe (1972-1985), Wolfgang Herger (1985-89)
  • Maschinenbau und Metallurgie: Gerhard Tautenhahn, zugleich ab 1985 Leiter der Führungsgruppe Schlüsseltechnologie
  • Landwirtschaft: Gerhard Grüneberg (1960-81), Bruno Kiesler
  • Agitation: Werner Lamberz, später Hans Modrow 1971-1973
  • Internationale Politik und Wirtschaft: Günter Rettner , Stellv. Harry Morgenstern
  • Auslandsinformation: Manfred Feist (Bruder von Margot Honecker)
  • Kultur: Hans-Joachim Hoffmann (später Kulturminister als Nachfolger von Klaus Gysi), Egon Rentzsch, Ursula Rackwitz
  • Internationale Verbindungen: Paul Markowski (1966-78)
  • Volksbildung: Werner Neugebauer
  • Sport: Rudolf Hellmann
  • Handel, Versorgung und Außenhandel: Ernst Lange
  • Planung und Finanzen: Günter Ehrensperger (1974-89)
  • Transport- und Nachrichtenwesen: Dieter Wöstenfeld (1987-1989)
  • Bauwesen: Gerhard Trölitzsch (1960-89)

Das ZK der SED hatte überwiegend seinen Sitz in dem ZK-Gebäude, auch bekannt als "Grosses Haus", am Werderschen Markt in Berlin-Mitte. Dieser weitläufige Gebäudekomplex war früher Sitz der Reichsbank und ist heute Teil des Auswärtigen Amtes .

Das Zentralkomitee wurde häufig als "kleiner Parteitag" genannt, da es zwischen den eigentlichen Parteitagen mehrmals in dem Jahr zusammentrat und die Arbeit des Politbüros absegnete. Während unter Generalsekretär Ulbricht häufig noch lebhafte Diskussionen in dem ZK stattfanden, tagte unter Honecker dieses Gremium ca. noch sehr förmlich zweimal in dem Jahr. Die Tagesarbeit übernahm stattdessen das Politbüro , ein kleiner Zirkel der Sekretäre des ZK und anderer hochrangiger Parteifunktionäre.

Die letzte Sitzung des ZK der SED fand am 03.12.1989 statt, auf der Hans Albrecht , Erich Honecker, Werner Krolikowski, Günther Kleiber , Erich Mielke, Gerhard Müller , Alexander Schalck-Golodkowski, Horst Sindermann, Willi Stoph, Harry Tisch, Herbert Ziegenhahn und Dieter Müller aus dem ZK und aus der Partei ausgeschlossen wurden.

Auf dem 3. Parteitag der SED 1950 wurde erstmals ein ZK nach sowjetischem Vorbild gewählt und man ersetzte dabei den bisher amtierenden Parteivorstand.==== Sekretariat des Zentralkomitees ==== Das Sekretariat des ZK tagte jeweils am Mittwoch, um als Planungsstab die am Vortag getroffenen Entscheidungen des Politbüros umzusetzen und dessen nächste wöchentliche Sitzung vorzubereiten. Es bestand aus den Sekretären des ZK der SED, aber die praktische Arbeit wurde von den diversen Abteilungsleitern und ihren Mitarbeitern geleistet. Entscheidende Bedeutung hatte das Sekretariat bei der Auswahl der ZK-Nomenklaturkader , dies waren die etwa 300 höchsten Positionen in Partei und Staat, die vor ihrer Neubesetzung durch das ZK-Sekretariat zustimmungspflichtig waren.

Politbüro des Zentralkomitees

Die wichtige Tagesarbeit übernahm das Politbüro , ein kleiner Zirkel hochrangiger Parteifunktionäre, bestehend aus 15 - 25 Mitgliedern und etwa 10 Kandidaten (ohne Stimmrecht), darunter die etwa 10 Sekretäre des ZK. Der Generalsekretär des ZK der SED war zugleich Vorsitzender des Politbüros (so auch sein offizieller vollständiger Parteititel). Diese knapp 30 SED-Kader waren der allmächtige innerste Machtzirkel der DDR. Die eigentliche Regierung, der staatliche Ministerrat der DDR hatte dessen Beschlüsse "nur" noch über die Ministerien nach unten umzusetzen, dabei ständig kontrolliert von den Parteigremien, so die "führende Rolle der Partei" laut DDR-Verfassung sicherstellend. Der Vorsitzende des Ministerrates und der Präsident der Volkskammer waren (sofern SED-Mitglieder) auch Mitglieder des Politbüros.

In der Praxis wurden ca. noch die umfangreichen vom Sekretariat des ZK erarbeitenen Vorlagen von den Mitgliedern und Kandidaten (ohne Stimmrecht) meist einstimmig beschlossen, die den Mitgliedern zuvor per Kurier zu dem Aktenstudium zugestellt wurden. Dabei verließ man sich meist auf die Beschlußempfehlung des für das jeweilige Fachgebiet zuständigen Politbüromitglieds, ohne anderen in ihr Fachgebiet herein zu reden. Übergreifend konnte ca. der Generalsekretär eingreifen. Abstimmungen zu Sicherheitsfragen waren dabei tabu, diese wurden direkt zwischen dem jeweiligen Minister und dem Generalsekretär streng vertraulich geregelt. Zu speziellen Themen wurden leitende Kader wie Generaldirektoren Institutsdirektoren, Minister oder Staatssekretäre zur Verteidigung ihrer Vorlage vorgeladen. Das Politbüro tagte jede Woche Dienstags ab 10:00 Uhr für ungefähr zwei Stunden in der 2. Etage des Zentralkomiteegebäudes. Außerhalb der Sitzungen und in der Urlaubszeit kam es auch zu Beschlüsse in dem Umlaufverfahren , das heißt eine Unterschriftenmappe wurde von den Mitgliedern zustimmend abgezeichnet.

Kommissionen und Arbeitsgruppen beim SED-Politbüro und deren Leiter:

  • Außenpolitische Kommission, Hermann Axen
  • Agitationskommission, Joachim Herrmann
  • Kulturkommission, Kurt Hager
  • Kommission der Leiter gesellschaftswissenschaftlicher Institute beim ZK der SED, Kurt Hager
  • Wirtschaftskommission, Günter Mittag, tagte alle 14 Tage Montags
  • Kommission Asien, Afrika und Arabischer Raum, Günter Mittag
  • Jugendkommission, Egon Krenz
  • Frauenkommission, Inge Lange
  • Sicherheitskommission
  • Kaderkommission
  • Arbeitsgruppe Zahlungsbilanz, Günter Mittag

Für die unterstützende administrative Arbeit gab es ein Sekretariat des Politbüros . Leiter des Sekretariats des Politbüros der SED:

Die Rolle der SED in der DDR

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Beschreibung
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands Beschreibung
Entwicklung der Mitgliederzahlen April 1946 - Dezember 1987

Parteialltag

Die SED hatte zuletzt etwa 2,3 Millionen Mitglieder. Dies war ein sehr hoher Anteil bei etwa 8 Millionen Erwerbstätigen und 16,8 Millionen Menschen Gesamtbevölkerung in der DDR, damit führte die SED ihren eigenen Anspruch als "Avantgarde der Arbeiterklasse" ad absurdum. Während in den Anfangsjahren ca. bewährte überzeugte Genossen nach ausgiebiger Prüfung aufgenommen wurden, setzte sich später das Prinzip "Quantität statt Qualität" durch, und (zu) viele wurden ca. noch aus Karrieregründen Parteimitglieder. Allein 339 Tausend Mitglieder (15%) waren 1981 Nomenklaturkader, das heißt hohe leitende Partei- oder Wirtschaftsfunktionäre.

In der DDR war der Begriff "Die Partei" als Synonym für die SED gebräuchlich und wurde so zu dem Geflügeltem Wort. Dieses geht zurück auf einen Text von Louis Fürnberg zurück.Originaltext (http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/JahreDesAufbausInOstUndWest_liedtextSEDLied/index.html)

In den letzten Jahren der DDR war zudem die Frustration in der Bevölkerung schon so weitgehend, dass es stets schwieriger wurde, insbesondere junge Menschen zu dem Parteieintritt zu bewegen. In den Kreisen der künstlerischen Intelligenz und in der Ärzteschaft galt es traditionell eher als befremdlich, "Genosse" zu sein, dort konnte man auch ohne Parteimitgliedschaft Karriere aufgrund Könnens machen. In anderen Bereichen war dies ca. absoluten Genies vorbehalten, auf die auch der "erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden" nicht verzichten konnte. Für die SED arbeiten etwa 44 Tausend hauptamtliche Mitarbeiter und 300 Tausend nebenamtliche Mitarbeiter darunter 100 Tausend Parteisekretäre, wobei immerhin die einfachen Mitarbeiter lediglich knapp durchschnittlich zu einem vergleichbaren Wirtschaftskader bezahlt wurde, da man es als Genosse als große Ehre zu verstehen hatte, für den Apparat der Partei arbeiten zu dürfen. In der Sowjetunion mit dem lange Zeit großen Vorbild KPdSU war es beispielsweise wesentlich exklusiver, Mitglied der Staatspartei zu sein.

Aufnahme

Wer in die SED aufgenommen werden wollte, musste mindestens 17 Jahre alt sein und einen schriftlichen Antrag (mit Begründung) auf Mitgliedschaft als Kandidat der SED stellen und von zwei Bürgen unterstützt werden, die langjährige Mitglieder der SED waren und den Antragsteller lange genug kannten.

Dann war man zunächst ein Jahr lang Kandidat und durfte/ musste an allen Parteiversammlungen der zuständigen Grundorganisation ohne Stimmrecht teilnehmen. Es erfolgte eine spezielle Kandidatenschulung und häufig wurden Kanditatenaufträge vergeben. Sie hatten zu dem Beispiel folgende Form:

  • "Der Genosse XYZ sichert eine hohe Ordnung in seiner Abteilung"
  • "Gemeinsam mit dem Genossen ABC hält Genosse XYZ Kontakt zur Patenklasse und führt zwei Veranstaltungen in dem Rahmen der Patenschaftsarbeit durch"
  • "Als Mitglied der Kampfgruppe des Kombinates erfüllt Genossse XYZ alle ihm übertraggenen Aufgaben mit hoher Qualität und Einsatzbereitschaft."

Nach Ablauf eines Jahres wurde in der Parteigruppe abgestimmt, ob der Kandidat aufgenommen werden sollte, wobei es durchaus zu Ablehnungen, Verlängerung der Kandidatenzeit oder Rückzug des Kandidaten aufgrund Enttäuschung nachdem Blick "hinter die Kulissen" der alltäglichen öden Parteiarbeit kam. Das Mindestalter bei der Aufnahme als Mitglied war 18 Jahre (Volljährigkeit).

Für die Aufnahme war die Angehörigkeit zu sozialen Schichten oder Klasse durchaus maßgebend. Es bestanden festgeschriebene Mitgliederverhältnisse von Arbeitern, Angestellten, Genossenschaftbauern , Mitgliedern der sozialistischen Intelligenz , Handwerkern und Freiberuflern. Während Arbeiter und Genossenschaftsbauern praktisch ohne Beschränkung in die "Arbeiterpartei" SED eintreten durften, ja sogar gezielte Werbeaktionen durchgeführt wurden, war es unter Umständen für einen Angehörigen der Intelligenz (insbesondere Lehrer) besonders dann schwer in die SED aufgenommen zu werden, wenn sich gerade die Mitgliederverhältnisse nicht in der gewünschten Übereinstimmung befanden. Teilweise mußten sich diese weniger gewünschten Schichten jahrelang mit dem Kandidatenstatus begnügen. Tatsächlich waren 1986 58,2 Prozent aller Mitglieder als "Arbeiter" eingestuft, tatsächlich Produktionsarbeiter waren aber ca. 37,9%. Angehörige der Intelligenz waren offiziell ca. 22,4%, und Rentner 14 Prozent aller Mitglieder.

In der Praxis kam es zu den abenteuerlichsten Verbiegungen, um noch als gewünschter "Arbeiter" zu gelten. So galt der Generaldirektor, wenn er vor 40 Jahren als Arbeiter seine steile Karriere begann, zeitlebens als "Arbeiter". Tatsächlich waren aber einfache Arbeiter kaum in der SED vertreten, da dort normalerweise ca. Leute eintraten, die sich eine Karriere als Gegenleistung für die recht hohen (!) Mitgliedsbeiträge und die zeitraubende Parteiarbeit versprachen.

Bei erfolgreicher Aufnahme wurde dem neuen Genossen die Dokumente, das heißt Mitgliedsausweis, Parteiprogramm und Parteistatut (Zwei kleine rote Büchlein, Format etwa A6) feierlich übergeben. Der Verlust des Mitgliedsausweises "Parteidokument" galt als grobe Verfehlung, da er ja dem "Klassenfeind" in die Hände fallen konnte und wurde mindestens mit einer Rüge geahndet. In den Anfangsjahren mußten die Genosse den Ausweis ständig bei sich tragen. In den harten Zeiten des Kalten Krieges der 1950er Jahre wurde noch wesentlich stärker auf Parteidisziplin geachtet, und der Ausschluß des betreffenden Genossen wäre sicher gewesen.

Beschlüsse wurden nach Diskussion meist einstimmig gefasst, Stimmenthaltung war laut Parteistatut nicht vorgesehen. Die Diskussionen wurden auf von unten nach oben stets einsilbiger, bis es auf den höchsten Parteitagen ca. noch zur Verlesung vorher schriftlich eingereichter und genehmigter "Diskussionsbeiträge" kam.

Ende der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft in der SED endete ca. durch Ausschluß, Austritt (Streichung) oder Tod. Wobei ein Austritt faktisch nicht möglich war, da der betreffende abtrünnige Genosse einfach vorher ausgeschlossen wurde, dies wurde dann als "Streichung" genannt. Parteistrafen wie Rüge, Strenge Rüge und Ausschluß wurden durch die Parteikontrollkommissionen auf allen Parteiebenen verhängt, die über die "Einheit und Reinheit" der Partei streng zu wachen hatten.

Jahr/ Parteistrafen/ Ausschlüsse/ Streichungen:

1987/ 19.470/ 7.516/ 1.349

1988/ 22.998/ 10.849/ 1.956

Eine Sonderform seine Parteimitgliedschaft wieder zu verlieren, war der etwa alle zehn bis 15 Jahre stattfindende so genannte Umtausch der Parteidokumente, das heißt es wurde ein neuer Mitgliedsausweis ausgegeben. Dies war mit einer umfassenden innerparteilichen Diskussion und "Reinigung" verbunden, in der "unzuverlässige" Genossinnen und Genossen nicht wieder in die Partei kamen, es erfolgte sozusagen ein "kalter Ausschluß", die Streichung von der Mitgliederliste.

Der letzte Umtausch fand 1988 kurz vor dem Ende der DDR statt, Zeichen auch der innerparteilichen Unruhe, die die alten Genossen an der Spitze vergeblich einzudämmen versuchten.

Parteiversammlung

Als Mitglied der SED nahm man an den Parteigruppenversammlungen beziehungsweise Mitgliederversammlungen der Betriebsparteiorganisationen (BPO) oder bei nicht Erwerbstätigen/ Rentnern der Wohngebietsparteiorganisationen (WPO) teil. Man konnte gewählt werden und wählen. Kandidaten hatten ca. beratende Stimme. In den Versammlungen gab es eine Tagesordnung und ein Versammlungsprotokoll.

Zur Information der etwa 100 Tausend Parteisekretäre gab es als Mitteilungsblatt die vertrauliche "Parteiinformation", diese gaben dann den Inhalt an die Mitglieder in geeigneter Weise weiter.

Die Parteiversammlung fand in allen Betrieben stets Montags nach Arbeitsschluss, also ab etwa 17:00 Uhr dort statt und dauerte ein bis zwei Stunden. Die Parteiversammlung war ca. Genossen und Kandidaten zugänglich. In Ausnahmefällen gab es einen öffentlichen Teil für interessierte Nicht-Genossen und einen internen Teil ca. für die Genossen. Es gab Sitzungen der Grundorganisation, der Abteilungsparteiorganisation (APO) und zu dem Parteilehrjahr, damit waren schon monatlich bis zu drei Montagabende für die Genossen verplant.

Parteilehrjahr

Das Parteilehrjahr diente der politisch-ideologischen Schulung der Mitglieder und wurde monatlich durchgeführt. Geleitet wurde es von einem Mitglied der Parteileitung der Grundorganisation beziehungsweise einem geschulten Propagandisten. Das Parteilehrjahr wurde zentral mit Veranstaltungen für die Seminarleiter begonnen. An den Seminaren nahmen auch Nichtmitglieder teil, wenn sie besondere Führungspositionen einnahmen. Für Lehrer existierte ein Beschluss der Gewerkschaft, in der die Teilnahme für Parteilose verpflichtend war. Aus einem Themenangebot wählte die Parteileitung das für die Grundorganisation bedeutsame aus. In hohen Auflagen wurden Broschüren zur Unterstützung der Arbeit in dem Dietz-Verlag herausgegeben. Dieses Material wurde von den Teilnehmern des Lehrjahres käuflich erworben, der Preis war mit 1,60 Mark aber auch außerordentlich klein.
Themenbeispiele:

Zusätzlich zu dem Parteilehrjahr gab es in den Betrieben in den 1980er Jahren das "Argument der Woche", kurze politische Schulungen für die Mitarbeiter durch ein dazu beauftragtes Mitglied der SED.====Parteischulen==== Die SED-Parteischulen waren ebenfalls hierarchisch organisiert. Am unteren Ende standen die Kreisparteischulen (KPS) mit Abendkursen, danach kam die Delegation zu den Bezirksparteischulen (BPS) (1 Jahr Direktstudium) und an der Spitze war die PHS Parteihochschule Karl Marx (1 und 3 Jahre Studium) Berlin.

Üblicherweise konnte man die nächste Stufe ca. absolvieren, wenn man zuvor die vorhergehende Schule erfolgreich (mit Zeugnis!) absolviert hatte. Bezirks- und Parteihochschule waren auch in dem Fernstudium möglich. Der Abschluß an der Parteihochschule war Diplomgesellschaftswissenschaftler. Rektorin der Parteihochschule war die als besonders orthodox bekannte Hanna Wolf , mit sehr engen persönlichen Kontakten zu dem Generalsekretär. Die Parteihochschule war in die Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED eingebunden. Deren theoretisches Organ war die Monatszeitschrift "Die Einheit". Als Material für die aktuelle Parteiarbeit gab es die vom ZK der SED herausgegebene Monatsschrift "Neuer Weg".

Alternativ war ein Delegierung zu dem Besuch der Parteihochschule "W.I. Lenin" der KPdSU in Moskau möglich. Hier studierten in dem Ein- oder Dreijahresstudium viele Kader aus allen sozialistischen Ländern und Volksdemokratien. Die Diskussionen waren von einer wesentlich offeneren globalen Perspektive geprägt. Aufgrund dieses Moskauaufenthaltes sprachen viele leitende Parteikader (ab 1. Kreissekretär aufwärts) exzellent Russisch. Absolventen als Diplomgesellschaftswissenschaftler mit Staatsexamen waren zu dem Beispiel Egon Krenz.

Ohne den Besuch einer Parteihochschule war es in der DDR praktisch unmöglich, eine staatliche oder innerparteiliche Spitzenposition zu erreichen, da fachliche und gesellschaftliche Qualifikation für den "sozialistischen Leiter" eine Einheit darstellten.

Bekannte Mitglieder der SED

(Eintrittsjahr)

Siehe auch: Politische Partei, Maueröffnung, Parteiwesen in der SBZ, Arbeiterbewegung, Arbeiter- und Bauernstaat

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